Wechselwirkung von Psyche und Körper – wie Homöopathie das Gleichgewicht unterstützt

Nach einer kurzen Atempause, in der die Pandemiebekämpfung die Welt zum Stillstand zwang, hat das Leben wieder sein gewohntes Tempo zurückgewonnen. Der Alltag der meisten Menschen ist hektisch und durchgetaktet. Von einem Meeting geht es zum nächsten Termin und nach der Arbeit warten Haushalt, Familie und Freizeittermine. Stress und Überforderung führen bei immer mehr Menschen zu einer seelischen Belastung. Zusammen mit grauem Herbstwetter und längeren Nächten zeigen sich bei Vielen immer häufiger Symptome psychischer Beschwerden. Diese äußern sich dann leider oft auch in körperlichen Leiden, wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität oder Magen-Darm-Beschwerden. Die Wechselwirkung von Psyche und Körper ist vielen Menschen nicht bewusst – aber ein essenzieller Bestandteil der homöopathischen Behandlung.

Die Wechselwirkung von Psyche und Körper

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode und bezieht neben der Betrachtung der akuten körperlichen Symptome auch das soziale Umfeld des Patienten und dessen seelisches Befinden mit ein. Nicht selten finden sich Ursachen körperlicher Beschwerden in der Psyche.

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Einflüsse auf die Psyche

Mobile Geräte und eine flächendeckende Internetverbindung verleiten dazu, ständig erreichbar zu sein. Aufgaben sollten am besten stets sofort erledigt werden und selbst im Feierabend sind unsere Gehirne durch Fernsehen oder soziale Medien einer ständigen Reizüberflutung ausgeliefert. Wirklich abzuschalten und zu entspannen fällt schwer. Oftmals scheint es schier unmöglich Familie, Haushalt, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen. Ein gewisser gesellschaftlicher Druck und damit einhergehend ein permanenter Stress gehören dazu. Doch unterschätzt man oftmals, welche Auswirkungen eine andauernde Überforderung auf unseren Körper hat. Seelische Beschwerden und selbst traumatische Erfahrungen werden oft einfach unterdrückt oder heruntergespielt. Bis es zu chronischen körperlichen Leiden kommt, die immer wieder auftreten, deren Ursachen jedoch nicht gefunden werden können.

Beispiele körperlich-psychischer Leiden

Diese körperlichen Äußerungen psychischer Belastung sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, doch häufig kommt es zu ähnlichen Symptomen. So kann Stress und Überforderung zu Kopfschmerzen, Nervosität und Unruhe führen. Unterdrückte Magenschmerzen von zu vielen Ängsten und Sorgen können nach einiger Zeit auch zu chronischen Erkrankungen wie Reizmagen oder Reizdarm führen. Als körperliche Beschwerden mit psychischem Ursprung bekannt sind Ess- oder Schlafstörungen. Weniger bewusst sind demgegenüber Allergien oder Hauterkrankungen, doch auch diese können ihren Ursprung in psychischer Belastung haben.

Homöopathie bei psychischen Beschwerden

In der Homöopathie werden Patienten ganzheitlich betrachtet und Symptome nicht isoliert behandelt. So wird das seelische Wohlbefinden, wie auch belastende Ereignisse im Umfeld des Patienten, in die ausführliche Anamnese miteinbezogen. Sollten Beschwerden, wie die oben genannten oder hier folgenden, öfter auftreten und die Leistungsfähigkeit maßgeblich beeinflussen, sollte umgehend ein homöopathischer Arzt aufgesucht werden. Bei anfänglichen Symptomen kann mit folgenden Arzneimitteln auch eine erste Selbstmedikation durchgeführt werden:

Schlafstörungen

Kann man die Schlafstörung auf ein akutes traumatisches Ereignis, verbunden mit Angst oder Schreck, zurückführen und tritt diese zusammen mit Unruhe, sowie heftigem Herzklopfen auf, so ist Aconitum die richtige Arznei. Im genauen Gegenteil, nach ungewohnter körperlicher Überanstrengung, bei Erschöpfung und Müdigkeit, bei der man trotzdem nicht zum Schlaf findet, hilft das Arzneimittel Arnica.

Burnout und Depression

Burnoutsymptome, durch ständige Überforderung und Nervosität begleitet, können ebenfalls zu Schlafstörungen führen. Bei zusätzlichem Schwindel, Vergesslichkeit und sozialem Rückzug hilft das Arzneimittel Ambra. Äußern sich die Symptome eher in Form von Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfung, Teilnahmslosigkeit und Kopfschmerzen, so kann Acidum Phosphoricum Linderung verschaffen. Bei starken nervösen Depressionen mit Gedächtnisschwäche unterstützt Hypericum perforatum. Ist die Stimmung hingegen eher weinerlich, launenhaft und schwankend, so kann Pulsatilla dazu beitragen wieder mehr Stabilität zu finden.

Trauer und Kummer

Sind die Trauer und Stimmungsschwankungen hingegen auf Liebeskummer oder Heimweh zurückzuführen, so ist Ignatia das richtige Mittel. Ist der Kummer langfristiger und zieht bereits körperliche Leiden nach sich, so sollte man zu Natrium chloratum greifen.

Unsicherheit und Angst

Auch Unsicherheiten und Ängste, besonders vor schwierigen Aufgaben, können schnell mit körperlichen Beschwerden einhergehen. Viele Menschen reagieren auf solche Vorahnungen mit Durchfall, Bauchschmerzen oder vermehrtem Harndrang. In einem solchen Fall ist Argentum Nitricum die richtige Arznei. Ist es hingegen eine schreckhafte Angst, vor allem vor dem Alleinsein, verbunden mit innerlichem Zittern und Bewegungsdrang, so ist Phosphorus das passende Mittel.

Homöopathie für mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden

Mit dem richtigen Arzneimittel können diese und auch andere Leiden, die aus der Wechselwirkung von Psyche und Körper entstehen, behandelt werden. So gelangt man wieder zu mehr Kraft und Stabilität. Homöopathie kann aber auch unterstützend helfen das Gleichgewicht von Psyche, Körper und Geist zu erhalten und gegenüber äußeren Belastungen standfester zu werden. Hierfür ist im Rahmen einer Konstitutionsbehandlung eine noch ausführlichere Anamnese notwendig.

Die Konstitutionsbehandlung in der Homöopathie

Bei der Konstitutionsbehandlung wird der Gesamtzustand eines Menschen behandelt, unabhängig von akuten Symptomen. Es wird also nach einem Arzneimittel gesucht, welches das Gesamtbild des Patienten widerspiegelt. Dafür werden in einem ausführlichen Anamnesegespräch sämtliche Sorgen, Ängste, typische Beschwerden oder Eigenarten der Person, sowie deren Umfeld, gesammelt. Anhand von Ähnlichkeiten und Parallelen lässt sich ein Arzneimittelbild finden, welches zum geeigneten Konstitutionsmittel führt. Dieses kann als längerfristige Unterstützung eingenommen werden und verhilft zu mehr Stabilität von Körper und Psyche.

Zusätzliche Methoden für mehr Wohlbefinden und Ausgeglichenheit

Zusätzlich zu einer homöopathischen Behandlung können verschiedene andere Methoden angewandt werden. Die Psychotherapie beispielsweise hilft vielen Patienten, mit professioneller Unterstützung ihre Probleme, Sorgen oder Ängste zu diskutieren. Vor allem bei akuter seelischer Belastung, Trauma oder Depression, aber auch vorbeugend bereits bei leichter Überforderung, Sorgen oder Ängsten, kann eine psychotherapeutische Behandlung helfen, zu mehr Stabilität zu finden, um auch körperliche Reaktionen zu vermeiden. Aber auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung hat erhebliche Auswirkungen auf unser seelisches Wohlbefinden. Schafft man es zudem, bewusst Entspannung und Bewegung in den Alltag zu integrieren, so ist man auf einem guten Weg seine Psyche und damit auch seinen Körper nachhaltig gesund zu halten.

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